Theaterprojekt der BK1-Klassen im November 2009

INHALT
Mr MARMALADE von Noah Haidle
Die vierjährige Lucy wird häufig von ihrer allein erziehenden Mutter sich selbst überlassen. Auch die Babysitterin interessiert sich mehr für ihren Freund als für das Kind. Doch Lucy weiß sich mit einem besonderen Vater-Mutter-Kind-Spiel zu helfen.
Mit ihrer regen Phantasie erschafft sie sich also ihre Gesellschaft selbst: Beispielsweise einen Lebensgefährten, Mr. Marmalade, einen gut situierten Geschäftsmann, der sie besucht, wann immer sein Terminkalender es ihm erlaubt. Doch bald gibt es in der Phantasiebeziehung Probleme. Schockiert von seinen Ausschweifungen mit Kokain und Pornoheften, will Lucy ihn zum Teufel jagen. Aber so leicht lässt sich selbst ein nur ausgedachter Mann nicht davonschicken. Nach einem kurzen „Seitensprung“ mit dem realen 4-jährigen Larry entdeckt Lucy wieder die Vorzüge ihres nur ausgedachten Mr. Marmalade. Von Neuem in der Phantasie vereint, gründen sie eine Familie, bekommen ein Kind, stecken mitten in einem grausamen Beziehungsalltag. Dann macht sich Mr. Marmalade für immer aus dem Staub...
Schülerkritiken der Klasse BK1 2
Merkwürdiges Stück - gut gespielt, so lautet meine Kritik über „Mr. Marmalade“. Es geht um ein brisantes Thema, nämlich um die Vernachlässigung von Kindern und den schon im zarten Alter von vier Jahren stark präsenten Einfluss der Medien. Die Hauptfigur Lucy, die sich ihre eigene Traumwelt erschafft, in der Liebe, Sex und Drogen dem friedlichen Familienleben mit ihrem imaginären Freund „Mr. Marmalade“ einander gegenüberstehen, flüchtet aus der Realität, weil sie von ihrer Mutter vernachlässigt wird und sich ihre Babysitterin nicht um sie kümmert. Ich hätte mir beim Bühnenbild etwas mehr Variabilität gewünscht, denn das ganze Stück spielt vor demselben Bühnenbild. Die Kostüme hätten etwas weniger freizügig sein können und die Geschichte war etwas zu extrem erzählt. Wer sich aber mit der Thematik beschäftigt oder beschäftigen will und relativ unempfindlich gegenüber der in rauen Mengen verwendeten Schimpfwörtern ist, sollte in jedem Fall das Stück besuchen. (T. N.)
Raub der eigenen Kindheit - kein neues Thema, in unserer Gesellschaft hoch aktuell. Das Theaterstück „Mr.Marmalade“ von Noah Haidle, welches im Moment im Staatstheater Karlsruhe läuft, greift dieses Thema gekonnt auf. Ein Kind, welches sich durch die Vernachlässigung der Mutter in eine Welt denkt, in der die Kindheit schon lange nicht mehr existieren. Allein gelassen träumt die 4-jährige Lucy von einer „perfekten Familie“, doch auch ihr imaginärer Freund Mr.Marmalade kann ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. Sie verkriecht sich immer mehr in diese Scheinwelt, in der sie sogar bereit ist, ihr imaginäres Kind umzubringen. Die Inszenierung wird durchweg von hervorragenden Schauspielern verkörpert. Das Stück regt zum Nachdenken an, welches vom Regisseur beabsichtig ist. Jedoch ist es für Kinder nicht angebracht, da es viele vulgäre Ausdrücke beinhaltet. (R. U.)
In dem Theaterstück „Mr. Marmalde“ von Noah Haidle, prallt die erschreckende Realität auf eine amüsante Fantasie eines vierjährigen Mädchens. Die Hauptfigur, welche von Annika Martens gespielt wird, schafft es die Botschaft so rüberzubringen, dass manchen das Lachen im Hals stecken blieb. Die Vernachlässigung der Kinder, der Raub der Kindheit und der Einfluss von Medien sind Gesprächsthemen, die immer wieder das Aufsehen erregen und hier die Oberhand des Geschehens gewinnen. Den Schauspielern gelang es, Situationskomik auf eine übertriebene Art und Weise zu erzeugen, die vielleicht nicht jeden anspricht. (O.R.)
Bei dem Schauspiel war die Ebene zwischen Realität und Fantasie oft nicht klar zu erkennen. Lucy, das vierjährige Mädchen fantasierte sehr extrem und übertrieben. Ihr Phantasiefreund Mr. Marmalade befreite sich mit Alkohol, Drogen und Pornoartikeln vom beruflichen Stress. Als Lucy ihr Kind tötete, war das Stück für die meisten schon zu extrem. Man denkt sich wirklich, wie ein kleines Mädchen so extrem fantasieren kann! Die Rollen waren jedoch gut und authentisch gespielt.
P.S.: Das Schauspiel ist wegen der vielen Schimpfwörter nicht für Kinder oder ältere Leute geeignet. (M. B.)
Thomas Krupa gelingt es gut, den Übergang von Lucys Fantasie und der Realität darzustellen. Die Schauspieler waren gut und haben auch sehr professionell gespielt. „Mr Marmalade“ ist jedoch nicht gut für kleine Kinder geeignet, da zahlreiche Schimpfwörter, sowie einige Gewaltszenen zu sehen sind, interessant ist es aber für Schulklassen oder auch etwas ältere Personen, da es auch teilweise lustig gestaltet wurde. Ich würde es weiterempfehlen, denn es ist eine Abwechslung von anderen Theaterstücken. (S. N.)
Das Stück war sehr unterhaltsam und abwechslungsreich, es war alles dabei: Angst, Freude, Wut, Einsamkeit. Die Schauspieler brachten diese Gefühle authentisch rüber und auch Bradley zeigte uns seine Gesangskunst. Dieses Stück soll die Menschheit zum Nachdenken anregen. Viele Eltern vernachlässigen mehr und mehr ihre Kinder, die dadurch in eine Traumwelt voller Alkohol, Drogen und Gewalt flüchten. Es wurde überspitzt dargestellt und genau deshalb regt es die Menschen zum Nachdenken an. Das Stück ist sehenswert, doch sollte man sich im Vorfeld, wie wir es in der Klasse getan haben, eine Inhaltsangabe durchlesen, damit man dem Inhalt folgen kann.(A. R.)
Eine gute Leistung lieferten die Schauspieler während des gesamten Theatersstücks. Sehr überzeugend wurden die verschiedenen Rollen wiedergegeben. Die Technik sorgte für ein schönes Bühnenbild, wodurch die Fantasiewelt von Lucy dargestellt werden konnte. Die Verkörperungen und die Kostüme wirkten sehr real. Inhaltliche Themen konnten nachvollzogen werden, beispielweise die Beziehung mit Mr. Marmalade. Im Allgemeinen ist das Theaterstück empfehlenswert, weil es als lehrhafte Handlung gezeigt wird. (K. C.)
Das Stück „Mr. Marmalade“ von Noah Haidle, hat mich und viele Zuschauer in Karlsruhe begeistert. Die Schauspieler haben ihre Rollen sehr gut gespielt und sie spielten alle sehr authentisch. Es geht um ein Mädchen, das von seinen Eltern vernachlässigt wird. Lucy ist vier Jahre alt und lebt in ihrer „Fantasiewelt“. Sie ist klug, verzweifelt und aggressiv.
Dieses Stück zeigt uns, dass viele Kinder in ihrer eigenen Fantasiewelt leben und dass Medien großen Einfluss auf die Kinder haben. Ich fand „Mr. Marmalade“ bisschen komisch, da ein vierjähriges Mädchen nicht solche Fantasien hat und so brutal ist. (E.D.)
Die Klasse BK1E gestaltete zum aktuellen Spielplan des Badischen Staatstheaters folgende Plakate:

